Leewelle am 08.10.01
[Jörg Dummann / Flüge von Jan Spiegel und Jörg Dummann]

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Jan's Start erfolgte ca. um 8:40 Z. Der Ith trug bei SW bis etwa 800 m. Der Einstieg in die Welle erfolgte um ungefähr 9:30 Z. Seine Gipfelhöhe von 2.700 m im Voglerlee war gegen 10:15 erreicht.

Ich selbst startete spät um 9:47 und war gegen 10:15 im Gebiet des Welleneinstiegs. Ein Durchsteigen der sich schließenden Bewölkung war allerdings nicht mehr möglich. Während Jan eine Dreiviertelstunde vorher in dieser Höhe (und fast konstant bis zur größten Höhe) noch ein Steigen von durchschnittlich ca. 0,7 m/s angetroffen hatte, waren nun von ca. 770 m (QFE Bisperode) bis ca. 1.000 m - in Wolkenlöchern knapp oberhalb der Basis  - durchschnittlich nur ca. 0,4 m/s vorhanden. Mit dem offensichtlichen Abschwächen der Welle und dem Zuziehen der Bewölkung (beides wohl verursacht durch das Herannahen einer schwachen Frontlinie), war die Ausbildung eines ortsfesten Föhnlochs nicht mehr gegeben. Weitere Versuche bis ca. 11:30 die Decke zu durchsteigen, blieben erfolglos, da die Wolkenlöcher während der Zeit Ihres Durchzuges durch das Aufwindgebiet mit den schwachen  Steigwerten nicht zu durchsteigen waren. Während der Zeit meiner vergeblichen Versuche waren auch schon die Abstiege aus größeren Höhen zu beobachten. Gegen 10:45 hatte ich es angesichts der Wetterentwicklung aufgegeben, Anschluß an die Welle gewinnen zu wollen und trachtete danach, dennoch etwas Sinnvolles beizutragen. So beschloß ich, in Windrichtung unter der Basis vorzufliegen und zu beobachten. Es geschah vom Ith-Hang (bzw. etwas vorgelagert) über die Talmitte und weiter in Richtung Vogler überhaupt nichts Signifikantes: es stieg ein bißchen, sank dann wieder etwas usw. - insgesamt zunächst noch mit positiver Bilanz. Es war nur mäßige Turbulenz zu verspüren, die sich im Ausmaß beim Vorfliegen nicht änderte. Erst als ich die Waldkante des Voglers nach SW hin überflogen hatte, setzte (dann in einer Höhe von ca. 750 m) ganz unvermittelt starkes Fallen (> 2 m/s) ein (das mich dann zum Umkehren bewegte...). (Vgl. hierzu mein Barogramm, s.u.).

In dem Zeitraum meines Vorfliegens war Jan in ca. 1.500 m über mir und stieg noch einmal mit 0,3 - 0,4 m/s bis auf ca. 1.900 m.

Meine Landung erfolgte um 11:33 Z.

Nach meiner Schätzung waren in dieser Welle 10 - 15 Flugzeuge über 2.000 m.

Jan schrieb mir noch dazu:
"
Als ich dann nach dem 2. Aufstieg wegen des schlechten Wetters abgestiegen bin, hatte ich noch Steigen (0,3-0,6). Ich glaube, da wären auch nochmal über 2000 drin gewesen. Nach oben hin war auch keine begrenzende Bewölkung, man hätte weitersteigen können. Beim zweiten Mal war der Einstieg dann aber auch extrem schwierig. Man musste vor den Wolken steigen und z.T. auch mal in den schmalen Wolkenlöchern kurbeln. über 4 Kreise hatte ich integriert 4,3 m/s. Weiter Richtung Bodenwerder nach Norden vorgeflogen war dann nach Westen hin keine störende Bewölkung mehr und das Steigen laminar."

Abb.: Flug von Jan Spiegel (Der gelbe Bereich zwischen Hellenhagen und Ithwiesen markiert das Wellensteiggebiet)

Abb.: Barogramm des Fluges von Jan Spiegel
(Dank an Thomas Grote für den Plot der Loggerdaten!)

Abb.: Barogramm des Fluges von Jörg Dummann (leider hatte ich vergessen, die Nadel an der korrekten Uhrzeitmarkierung aufzusetzen)

 

Die schwache Front - begleitet von einem Niederschlagsband - erwischte uns ungefähr gegen 12:00 Z.

Eine Winddrehung war nicht erfolgt.
Spätnachmittags wurden dann zum zweiten Mal an diesem Tage 2.600 m im Voglerlee erflogen.

Interessant sind auch die Hinweise von Katrin Derichs (LSV Hameln) und Frank Gerlach (FVA), die aus der Voglerwelle nach NW vorfliegend auch in Höhen über 2.000 m im Bereich des Stadtgebietes von Hameln Steigen vorfanden, das augenscheinlich durch eine Leewelle (wohl ausgelöst von dem Abfall ins Wesertal südwestlich Hamelns) verursacht wurde. Das zeitgleiche Auftreten beider Wellen sei in der Vergangenheit schon des Öfteren zu beobachten gewesen.