Leewelle am Vogler/Ith, 02.10.01
[Karl-Heinz Dannhauer, FC Oschatz]

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Startzeit:                             12.00 UTC/ Landezeit: 16.15 UTC
Startort:                              Bisperode West (alle Höhenangaben QFE Bisperode)
Flugzeugtyp:                        PW-5
Wellenstandort:                   Ith vorgelagert zwischen Dielmissen/Lüerdissen
Einstiegsort:                        Ith/Hunzen
Einstiegshöhe:                     ca. 450 m
Maximalhöhe:                     ca. 1300 m
Seitl. Wellenausdehnung:     in Ost/West ca. 4 km
Wind Startort:                     SSW ca. 5 kt
Höhenwindstärke:               25 kt SW

Die Windvorhersagekarten für den 02.10.01 versprachen gute Hangflugbedingungen am Ith.

 

 Abb.: Prognosekarten für den Wind in 10 m am 02.10.01 um 12.00 Uhr UTC.

Abb.: Prognosekarten für den Wind in ca. 900 m Höhe am 02.10.01 um 12.00 Uhr UTC.

Ich startete in Bisperode an der Winde und flog direkt an den Ith. Nach einigen Schleifen testete ich den Hang zunächst bis Hellenhagen und dann weiter südostwärts in Richtung Ithwiesen. Da der Ith gut trug, konnte man  maximale Höhe am Hang machen. Im Bereich der Serpentinenstraße nordwestlich des Flugplatzes Ithwiesen flog ich bewußt vom Hang weg nach Süden um bekanntermaßen hier nach Wellen (Vogler/Ith-System) zu suchen. In ca. 450 m bekam ich Anschluß an eine schwache Welle, die mit ca. 0,7 m/sec. aufwärts trug. Der Wellenaufwind war keinesfalls konstant, so daß ich durch ständige Verlagerungen immer wieder neu „zentrieren“ mußte. In ca. 950 m war zunächst Schluß und ich flog zurück zum Ith-Nordkopf.

In einem zweiten Anlauf traf ich im Bereich Hunzen auf mehr als 10 Segler, die  größtenteils auf den Ithwiesen gestartet waren.

Abb: Darstellung des Flugweges beim zweiten Einstieg in die Welle, bei dem dann die Maximalhöhe erreicht wurde.

Diese Abbildung zeigt ein Foto aus dem Cockpit, welches am Ith-Nordkopf in Höhe des Steinbruchs in Richtung Südost aufgenommen wurde,  kurz darauf erfolgte der nochmalige Einstieg in die Welle. Die 3-D-Darstellung des Flugweges beim zweiten Einstieg wurde aus der Loggerdatei selektiert und mit der Bilddatei überlagert. Deutlich zu erkennen ist der Flugweg entlang des Ith und die Einstiegsregion hinter der leichten Nordostkrümmung.

Abb.: In der Welle mit Blick nach Süden.

Abb.: In der Welle mit Blick nach Süden.

Im Lee des Vogler, an dem geraden und auch höher aufragenden Hangabschnitt etwas nördlich der Ithwiesen und deutlich vor dem Hangaufwindfeld, gab es höher-reichenderen, gleichmäßigen Aufwind ( max. 0,8 m/sec.). Hier stieg ich auf etwa 1.300 m (QFE Bisperode). Einige mitfliegende Flugzeuge kamen noch 100-200 m höher. Aber da es recht eng zuging (vielleicht 20 Flugzeuge waren jetzt in dem recht begrenzten Aufwindfeld) und die Wolken sich teilweise zwischen die Flugzeuge zu schieben drohten, flog ich zunächst Richtung Bodenwerder und dann nach Bisperode ab.

Abb. 4: Loggerausdruck und Barogramm des Fluges mit Markierung des Wellenstandortes nordwestlich der Ithwiesen, sowie die 3-D-Darstellung des Wellengebietes mit Steigwerten.

Abb.: 3-D-Darstellung des gesamten Fluges.

 Sicherlich war dieser dokumentierte Wellenflug vom 02.10.01 am Vogler/Ith-System nicht so spektakulär und bezogen auf die erreichte Höhe steht er vielen anderen Flügen in diesem Gebiet, bei denen Höhen von über 3000 m erreicht worden sind, auch deutlich nach. Dargestellt werden sollte aber eher der methodische Aspekt dieser Aktivitäten, so zum Beispiel wie man durch eine konsequenten Nachbereitung der Flüge unter Nutzung der heute zur Verfügung stehenden Mittel (Logger u.s.w.) mehr über Wellenstandorte, günstige Wetterbedingungen und praktische Details des Fliegens in der Welle erfahren und einer breiteren Öffentlichkeit präsentieren kann.

Vielleicht sollte deshalb dieser kleine Bericht als ein Appell an alle interessierte Wellenflieger betrachtet werden, ihre Aktivitäten so gut wie möglich zu dokumentieren und auch weniger spektakuläre Flüge zumindest mit dem Einreichen der Loggerdatei einer Aufarbeitung zugänglich zu machen.