Leewelle am 24.10.99, erflogen am Dingel (Hofgeismar)
[Dirk Oelgemöller]

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Am Sonntag, dem 24.10.99 konnten wir am Dingel nördlich von Hofgeismar eine Welle ausfliegen. Die Welle stand ca. 1 km nord-östlich und fast parallel zum Flugplatz. Sie war ohne Schwierigkeiten aus der Winde zu erreichen. Wir hatten Ausklinkhöhen von 400-500 m GND. Der Erste, der morgens startete, flog zunächst links herum am Flugplatz zurück, Richtung Hümme, weil wir hier bei ähnlichen Windverhältnissen schon öfters kleinerer Leewellen vom Reinhardswald fliegen konnten. Diese Welle stand aber nicht. Anschließend flog er vor unseren Süd-West-Hang (Schöneberg), aber auch der Hang trug nicht richtig. Normalerweise ist das ein Zeichen dafür, daß irgendwo eine Welle steht. Nach der Landung berichtete er, das nord-östlich des Platzes tiefe Wolkenbänder in ca 200m GND stehen würden. Als nächstes war ich an der Reihe. Es war ca 7:20 UTC und wir hatten am Boden Süd-West-Wind. Ich erreicht 500m GND Ausklinkhöhe und konnte schon im Start die angesagten Wolkenbänder sehen. Ich flog direkt nach dem Ausklinken rechts herum drauf zu. Unmittelbar vor den Wolken, die tiefer als ich waren, setzte ruhiges gleichmäßiges Steigen von knapp einem Meter ein. Der Bereich den man befliegen konnte war ca. 2 km breit und verlief nahezu parallel zum Flugplatz. Gemäß GPS-Windberechnung kam der Wind aus 185°-195° mit 55-65 km/h. An diesen Werten änderte sich weder im Tagesverlauf noch mit der Höhe etwas Wesentliches. Das Steigen wurde ab etwa 700m GND deutlich besser und ging auf ca. 1,5m bis auf ca. 1300 m GND. Ab hier wurde das Steigen wieder schlechter und es ging mit ca 0,3m bis auf die maximale Höhe von 2000 NN. Diese Höhe war allerdings nur über einen kurzen Zeitraum zu halten. Die meiste Zeit lag die max. Höhe bei 1800 m NN. Insgesamt konnten in der nächsten Stunde fünf Flugzeuge in die Welle einsteigen. Auch mit Ka 13 und Ka 8 war der Einstieg unproblematisch. Im Verlauf des Vormittages löste sich die Wolkenbank auf. Ab etwa Mittag kam dann auch niemand mehr von unten in die Welle hinein, während man sich weiter oben, so ab tausend Meter, problemlos halten, und auch steigen konnte. Gegen 12:00 UTC landete der letzte aus der Welle kommend, wobei man sich oben wohl noch halten konnte, aber die Blase.... .

An dieser Stelle konnten auch früher schon Wellen erflogen werden, allerdings nicht bis in diese Höhen. Früher ging es hier bis auf ca. 1000m GND.

Man konnte weiter im Nordosten noch weitere Wolkenbänder sehen, die darauf schließen lassen, daß dort ebenfalls Wellen standen. Von unsere Position aus konnte man drei weitere Wolkenbänder ausmachen, die vielleicht eine Abstand von 5 km hatten. Die nächste stand etwa im Bereich Flugplatz Hölleberg-Langenthal, die folgende im Bereich Beverungen-Dahlhausen. Leider hat niemand sich getraut mit Rückenwind an diese vermeintlichen Wellen ranzufliegen, so daß diese Angaben Vermutungen sind.