Wellenflug am 18.04.03 im Raum südlich Bad Gandersheim
["Töffi" - Christoph Schwan]

Dokumentinterne Links: 
Dokumentübergreifende Links:   Wetterdokumentation vom 18.04.03  Wellenflug vom 18.04.03 am Reinhardswald  Wellenflug vom 18.04.03 im Raum Melsungen  
Downloads: 

Am Freitag hat's auch mich erwischt. Wir hatten sehr böige 20 - 30 km/h aus Nordost, wie wir sie auf der Weper überhaupt nicht lieben, weil sie von links hinten kommen und der Platz mit 450 m ohnehin nicht üppig ist. Der Versuch, unserem Aushilfsschlepper Kalli Reinl abzusagen, scheiterte, da er nicht erreichbar war. Und trotz des Windes traf er zum vereinbarten Zeitpunkt ein. "Ihr seid ja im Training, versuchen wir´s, es wird schwierig" war sein Kommentar. Ich ließ mich einsitzig im Bergfalken auf den Versuch ein, und tatsächlich, kurz vor Ende des Platzes war der Schleppzug frei. Starke Turbulenz folgte und wies unmißverständlich auf Welle hin, da sie auch in größerer Höhe nicht nachließ. Am Morgen hatten sich schon einige Lentis gezeigt, die aber schnell wieder verschwanden.

Obwohl wir einige große Steigfelder passierten, klinkte ich sicherheitshalber erst in knapp 500 m aus. Dies erwies sich als nervenschonend, denn auch so war es ziemlich schwierig, aus den bis zu vier Metern in jede Richtung etwas eindeutig Positives zu machen. Erst nach Erreichen des Leinetales nördlich der Ahlsburg fand ich in etwa 600 m eine Wolkenstraße, die die Arbeit etwas erleichterte. Basis bei 1200 m über Weper. Ein Vorflug in Richtung Northeim an eine Wolke, deren Form die Möglichkeit von Welle andeutete, scheiterte. Nochmals Kampf in 500 m und wieder Einstieg in die Wolkenstraße, die etwa in einer Linie Moringen - Vogelbeck stand, jedoch erst nördlich der Ahlsburg begann. Diesmal flog ich sie bis zum Ende vor. Bei Vogelbeck war ich schließlich 1300 m hoch und stieß durch die Fetzen in Richtung Nordosten. Schlagartig war ich im Laminaren. Auf der Nordostseite der Wolken ging es zunächst mit 0,5 m hoch, dann nach etwas Suchen mit einem bis eineinhalb Metern. Schnell war ich on top. Aus der Höhe war klar ein Föhnloch zu erkennen, in dessen Zentrum Kalefeld lag. An seinem südwestlichen Rand stieg ich zwischen Vogelbeck und dem Sultmer Berg bis auf 2.600 Meter über Weper (360 m NN), wobei alles über 2000 nur mit 20 - 50 cm ersessen wurde. Ich war somit gut zwei Stunden in der Welle. Ab 13 Uhr machte es ziemlich dicht unter mir, so dass die Orientierung schwer fiel. Am besten stieg ich bei Kursen um 20 Grad. Als die Steigwerte auf Null zurückgeingen und ich keine Lust mehr hatte, zu frieren, flog ich stumpf etwa 330 Grad in der Hoffnung auf ein Wolkenloch in der Nähe der Weper, was ich erst bei Lauenberg an der Ahlsburg fand. Auf dem Weg dahin fand ich ziemlich häufig Nullwerte, jedoch kein definitives Steigen. In engen Kreisen fand ich meinen Weg nach unten und landete nach fast drei Stunden ziemlich durchgefroren auf der Weper.