Leewellenbeobachtung am 25.01.03 im Raum Bad Gandersheim
[Jörg Dummann]

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Gegen 14:00 MEZ auf der Fahrt von Kassel nach Bad Gandersheim war nach dem Aufstieg der A7 aus dem Werratal weit im Norden ein Lenti-Feld – geschätzt Vogler/Ith - zu beobachten.

Bei der Ankunft in Bad Gandersheim hatte sich dieses sehr gelichtet: es waren nur noch zwei Lentis im NW von Bad Gandersheim - einer etwa im Leinetal bei Alfeld und der andere fast im N von Bad Gandersheim - zu sehen. Großräumig war der Himmel blau.

All die bisher beschriebenen Lentis standen quer zum Südwind.

Die Lenti-Erscheinungen verlagerten sich dann mehr zum Harz und erschienen dann als augenscheinlich in Windrichtung sehr langgestreckte fast linienhafte Strukturen, die aber teils in sich fein mehrschichtig waren (bis 3).
Vom Aussehen hatte man den Eindruck, daß es sich um sehr langgestreckte Lentis gehandelt hat und man hätte gemutmaßt, dass der Wind aus W käme, um diese Formen orographisch verursachen zu können. Aber auch bei dieser Betrachtung wäre die sehr langgestreckte Form sehr ungewöhnlich gewesen: entsprechend langgestreckte Hindernisse finden sich dort nicht.

Die beschriebenen Wolken schienen dann sehr langsam nach E abzuwandern und sich dabei aufzulösen.

Auf der Rückfahrt - bei Echte - sah ich dann nur noch einen Lenti quer zum Wind, schätzungsweise vielleicht etwas E von Salzdetfurth.
Der "Spuk" war vorbei und man hätte sich fragen können, ob man sich nicht vielleicht doch bezüglich der Ausrichtung der Lentis zur Windrichtung habe in die Irre leiten lassen.
Die oben beschriebenen "windparallelen Lentis" waren aber tatsächlich auch parallel zum 180°/360° liegenden Gandersheimer Platz ausgerichtet.

Leider keine Fotos...

Auf dem NOAA-Satellitenbild von 14:47Z (siehe Wetter) läßt sich die Tendenz zur Ausbildung solcher Formen "größerskalig" ebenfalls feststellen.

Auf der weiteren Rückfahrt nach Kassel gab es blauen Himmel.

Vom Staufenberg (Hann. Münden) aus war ein Lenti (quer zum wind) in Richtung (!) Meißner zu sehen.

Zwei mutmaßliche Rotorwolken waren über dem Habichtswald – in vielleicht 1.000 m - auszumachen.

Auch in Richtung Meißner zeigte sich ein großer Cu (fract?), allerdings deutlich im Luv vom Lenti.

Später war dann knapp N von Kassel die Ausbildung eines Lentis zu verfolgen: erst quer zum Wind, dann mehr und mehr in eine langgestreckten (Horizont zu Horizont) Wolkenstruktur einfließend (vgl. o.a. Sat.-Bild)

(Dieser Tag hat Ähnlichkeit mit den am 8.1.03 von Kassel aus beobachteten Verhältnissen.
Auch an diesem Tag verlagerten sich Lentis nach S. Dabei war der Wind mit E angesagt, in Kassel am Boden (bebauter Bereich!) mit schwach N zu beobachten. Die Lenti-Struktur ließ einen auslösenden Wind aus N vermuten.
Fotos und Bericht folgen)