Leewellen-Flug vom 11.10.02 bei Rinteln
[Martin Zimmermann]

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Hier ist ein Bericht über eine schwache Welle zwischen 1300 und 1800 m:

Kurze Vorbemerkung:

Wir sind Segelflieger aus Tarmstedt bei Bremen, die jedes Jahr mit einer Gruppe nach Rinteln fahren, um zum Saisonabschluß Hang und Welle zu fliegen. In diesem Jahr war dafür die Zeit vom 05. - 12. Oktober vorgesehen. Am 08. und 09. sind wir noch thermisch geflogen. Dann stellte sich gegen Nachmittag frischer Ostwind ein, der parallel zum Hang des Wesergebirges wehte, so daß sich keine Hangflugmöglichkeit bot.

Am 10. wehte der Wind am Boden mit ca. 15- 20 kts aus Osten ganztägig. Lt. Segelflugwetterbericht sollte der Wind bis 1000 m auf 80 km/h zunehmen und dann bis 3000 m auf 25 km/h zurückgehen. Wir sahen keine Möglichkeit, zu fliegen, da auch keine nutzbare Thermik vorhanden sein sollte.

Am 11. war die Wetterlage ähnlich. Ich wollte eigentlich nur einen Schnupperflug machen und nahm unseren Vereins-Janus mit Turbo. Timo Struckmeyer setzte sich auf den zweiten Sitz und ich ließ mich mit der Rintelner Remorqueur Richtung Hameln schleppen. Während des Schlepps machten wir folgende Feststellungen:

Inversion in 1100 m, darunter Windzunahme von 30 km/h bis 60 km/h bis kurz unter der Inversion. Ab Übersteigen der Inversion Rückgang der Windgeschwindigkeit wieder bis auf 30 km/h.

Ich klinkte 8 km östlich des Flugplatzes Rinteln in knapp 1000 m aus, weil während des Schlepps zeitweise gutes Steigen zu beobachten war, das aber wahrscheinlich doch nur durch Verwirbelungen erzeugt wurde, da es sehr kurzzeitig war. Deshalb stieg ich dann mit Motorhilfe weiter auf 1300 m. In dieser Höhe fanden wir ruhiges Steigen zwischen 0,5 und 1,2 m und zwar südlich Hessisch Oldendorf über dem Bohrberg. Die Entfernung zum Rintelner Flugplatz war 14,3 km, als wir das Steigen fanden und 15,6 km, als das Steigen aufhörte. Die Flugrichtung war zwischen 070° und 100° und umgekehrt.

In diesem Gebiet konnten wir dann bis auf 1800 m Höhe steigen. Dann suchten wir noch in Luvrichtung weiter, konnten aber nichts weiter finden und kehrten dann in das Gebiet zurück, in dem wir das Steigen gefunden hatten. Leider war hier aber die Welle schon zusammengebrochen. Auch die anderen Bremer Segelflieger, die nach uns gestartet waren, konnten das Wellengebiet nicht mehr finden und mussten zurückkehren.

Wir selber hielten uns in der Welle für ungefähr eine dreiviertel Stunde auf.